Kofi Annan war vor einiger Zeit an der Universität Zürich zu Gast, um dort einen Vortrag über „The University and Climate Change“ zu halten. Auf den Ankündigungsplakaten stand groß und breit: „Öffentliche Rede“. Da Steffi ein großer Fan des kleinen Kofi ist hat sie uns alle dazu genötigt, an einem Dienstagabend an die Uni zu gehen, uns zwischen ca 300.000 Studierenden und viel zu festlich gekleideten Personen einquetschen zu lassen und das ganze mit der Aussicht, bis zum Eingangdes Ansprachenortes geschubst zu werden. Okay, was macht man nicht alles für einen ehemaligen Uno-Vorsitzenden (und natürlich den lieben Frauen Freunden wegen). Gut so kamen wir also eine Dreiviertelstunde vor Beginn der Ansprache an, nur um fünf Minuten vor Beginn derselben von den Türstehern zu erfahren, dass ganze 40 (in Worten: vierzig) (!) Sitzplätze für die Öffentlichkeit zur Verfügung standen. Nach leider nicht tumultartigen Szenen löste sich die Menge an schwitzenden Leibern auf, entweder in Richtung Balustraden, Hörsälen oder ging nach Hause. Wenn man noch einen Platz auf den Balustraden ergattern konnte, war es möglich, die Veranstaltung noch live von oben zu verfolgen. Oder, und zu diesen Leuten gehörte ich, man nahm in einem der Hörsäle platz und sah sich die Ansprache quasi live per Videoübertragung an.
Nochmals: 40 Plätze für eine öffentliche Ansprache. Neben anderen Geschehnissen, die ich nicht mehr ganz zusammenbringe, war das für mich ein grandioser Beweis dafür, dass die Schweizer doch nicht so gut organisieren können, wie das Klischee behauptet.
„Heaven is where the Police are British, the Chefs are French, the Mechanics are German, the Lovers Italian and it’s all organised by the Swiss.
Hell is where the Chefs are British, the mechanics are French, the lovers are Swiss, the Police are German and it’s all organised by the Italians.“
Gruß,
Kadern-Radio