Die Schweiz scheint Land zu sein, das ziemlich um die eigene Sicherheit bedacht ist.
Natürlich, das ist jeder Staat, aber die Schweiz scheint dies ganz besonders. So ist sie zwar von durchweg freundlichen Nationen umgeben (und dazugehören auch Österreich, Italien und vor allem Liechtenstein, das hier liebevoll „Ländle“ genannt wird), besitzt aber immer noch eine schlagkräftige Armee. Die wird aber so gut wie nirgendwo eingesetzt (Ausnahme: Administrationshilfe im Kosovo). Und überall in der Schweiz stehen Zivilschutzbunker rum, die aber so gut wie nie benutzt werden, ebenso die Bergbunker auf der Alm, die ihre großen Geschütze als Berghütten tarnen.
So, aber was mir wirklich aufgefallen ist, als ich hierher kam, das waren die zahlreichen privaten Sicherheitskräfte, die sich hier rumtreiben. Die Leute von Securitas, Protectas, Daru-Wache und Securitrans laufen hier bei jeder größeren Veranstaltung rum (Securitas und Protectas), bewachen in den Stoßzeiten die Supermärkte (Daru-Wache für Coop und Migros) oder kontrollieren abends die Tramstationen und Bahnhöfe (Securitrans).
Das unheimliche ist dabei, dass die Polizei, meinen Beobachtungen nach, dazu durchaus auch in der Lage wäre. Sie tuns aber nicht. Nebenbei, es ist den Sicherheitstypen erlaubt, eine scharfe Pistole zu tragen.
Warum genau es so viele private Sicherheitsdienstleister hier gibt und weshalb die Polizei nicht ihre Aufgaben wahrnimmt, weiß ich nicht. Nur, dass ich anfangs echt verwirrt davon wahr.
Archiv für Februar 2009
Sicherheit
Horrorfilme
Habe gestern meine Arbeit abgegeben. Einen Tag zu spät und 5 Seiten zu lang. Ich hätte nicht gedacht, dass ich einen Text von 30 Seiten schreiben kann. Gestern waren wir dann noch zur Feier des Tages (und Valentinas Geburtstagsnachfeier) noch im Abart. Dementsprechend fühle ich mich heute. Gleich werde ich mich noch rasieren müssen, was ich seit Weihnachten nicht mehr gemacht habe. Morgen geht hier die Uni wieder los.
Also, auf geht’s!
Es war einmal ein Mitbewohner. Sein Name war Markos und er musste eine 15-seitige Arbeit schreiben für seinen Professor, ein im Elfenbeinturm auf der Zürcher Akropolis eingeschlossenen Philosophen. Das Thema, über das Markos schreiben sollte, interessierte ihn sehr, und deshalb schlug er sich auch durch so manches undurchsichtige Labyrinth des weltweiten Datennetzes, um sich so manch ein Buch zu sichern. Dies gelang ihm auch, und er besiegte einige Monster auf seiner Suche nach diesen Büchern.
Doch das größte Monster, dass Markos besiegen musste, sah er jeden Morgen im Spiegel: Sein Selbst. Denn Markos war zwar ein großer, stattlicher junger Mann, aber er trug seinen größten Feind ich sich selbst, nämlich ein Wesen dass sich Schweinehund nannte. Wegen dieses Wesens fing Markos auch erst kurz vor dem Abgabetermin seiner Arbeit an, an ihr zu schreiben. Deswegen wurde er auch erst wenige Minuten vor der Schließung des Postamtes fertig und wurde von seinem treuen Gefährten Stefan zur Post gefahren. Dort warf er kurz vor Schluss seine Arbeit ein und konnte so die Aufgabe des Professors erfüllen.
Wieder zurück in seinem zuhause feierte Markos mit seinen beiden anderen Mitbewohnern Stefan und Johannes. Denn zuvor hatten sie beschlossen, am Sonntag der Abgabe von Markos Arbeit ein Fest zu veranstalten. Zu diesem Zwecke waren sie tags zuvor auch ihre Vorräte besorgen. Dazu wagten sie sich in die große Höhle, die sich in ihrer Stadt „Letzipark“ nannte. Dort konnten sie zahlreiche Vorräte ergattern, unter anderem einen bemerkenswert guten Whiskey namens „Glenmorangie“, aber auch viel Fleisch und Wurst, mit denen sie zu feiern gedachten.
So war es also am Sonntag soweit, dass sie im Schneegestöber den Grill im kleinen Garten hinter ihrem Haus anwarfen und sie mit einigen wenigen Eingeweihten einem Ritual nachgingen, dass sie „Wintergrillen“ nannten. Alle waren froh und labten sich an den Vorräten, welche die drei tapferen Gefährten herangeschafft hatten.
Da aber das Bier und der Whiskey ohne Unterlass floss, wurden alle zwar fröhlicher, doch sie sahen ein, dass sie am nächsten Tag, einem Montag, vielleicht doch lieber zuhause bleiben sollten.
Und so wurde ihr Montag zu seinem zweiten Sonntag und ihre Woche begann erst am Dienstag.
Und wenn sie nicht gestorben sind, dann verdauen sie noch heute…
Apple-Nation
Die Schweiz brät sich hin und wieder ja gerne mal eine Extra-Wurst. Beispiele sind das Bankengeheimnis, das Verhältnis zur EU oder auch die Zuzugsmodalitäten (die SVP möchte die Personenfreizügigkeit, über die nächsten Sonntag per Volksentscheid – Referendum genannt – abgestimmt wird, nicht tolerieren).
Was aber vielleicht etwas überraschender im Alltagsleben auftaucht, ist die Tatsache, dass zumindest an der Uni alles auf Apple-Macs läuft. Ausser die wenigen Computerarbeitsplätze, die mit Windows arbeiten, für all die armen Studenten, die sich nicht die Apple-Sonderangebote für Notebooks leisten können (und von denen gibt es augenscheinlich nur wenige), ist die gesamte EDV an der Uni auf Macs eingestellt. Auch in den verschiedenen Fakultäten scheint dies so zu sein. Zumindest in der Filmwissenschaft läuft alles auf Mac OS. Und Stefan erzählte mir, dass sie an der ETH lernen, mit Linux umzugehen, da viele Rechner dort auf Linux laufen.
Bemerkenswert ist auch, dass sich dieser Trend auch im ausseruniversitären Leben fortzusetzen scheint. So, möchte ich zumindest behaupten, hat wohl jeder Einwohner Zürichs wenigstens ein Produkt von Apple in unmittelbarer Reichweite. Sei dies ein Laptop, ein iPod oder auch das iPhone. Letzteres ist hier übrigens weiter verbreitet, habe ich zumindest den Eindruck, als in Deutschland. Vielleicht hat das auch mit den weniger rigorosen Vertriebsbedingungen des iPhones in der Schweiz zu tun. Oder vielleicht können sich auch viel mehr Menschen in der Schweiz eine so strikte Vertragsbindung einfach leisten, wer weiß…
Naja, dies also ein kleines Kuriosum aus meinem Schweizer Alltag.