Archiv für Juni 2009

27
Jun
09

Schluss, aus, Heimfahrt

Heute ist mein letzter Tag hier in Zürich. Morgen früh sitze ich im Auto auf dem Weg nach Deutschland zurück. Damit enden dann 10 Monate in Zürich und auch eine der besten WGs, die ich bisher hatte.

Viel ist in den letzten Tagen nicht geschehen. Ich war darum bemüht, meine Literaturrecherchen für meine Jugendfilm-Seminararbeit abzuchließen und musste noch einigen Verwaltungskram erledigen (Abmeldung, Kontoauflösung etc.). Am Donnerstag habe ich sogar meinen niegelnagelneuen Schweizer Ausweis bekommen, sogar ein „B-Pass“ mit einer schmutzig-weißen Plastik-Hülle. Ein „B-Pass“ beinhaltet sogar, glaube ich, eine begrenzte Arbeitsbewilligung, im Gegensatz zum „L-Pass“, den ich vorher besaß und der auch ziemlich hässlich war. Ich hab mich riesig gefreut, dass mir die Leute den zugestellt haben und fand das echt cool! Für circa drei Stunden. Dann hab ich mich nämlich im Stadthaus Zürich abgemeldet und musste dementsprechend den Pass abgeben. Herrlich sinnlos.

Dann hatten wir Donnerstagabend noch eine WG-Besichtigung bei uns, irgendjemand muss das Zimmer ja weiter bewohnen. Dafür mussten Stefan und ich nun putzen. Da aber leider unser eigentlicher Putzeimer Leck geschlagen hatte, musste nun tatsächlich mein Plastik-Mülleimer aus meinem Zimmer als Wassereimer herhalten. Damit habe ich dann die Küche geputzt. Yeah!

Jetzt muss ich mich daran machen, meine Sachen zu packen.

15
Jun
09

countdown

Seit heute morgen sind wir in der WG nur noch zu zweit, Markos hat sich nach Kanada abgesetzt. Was heißt abgesetzt, er besucht dort für drei Wochen einen Freund (in Montreal) und reist danach direkt zu seiner restlichen Familie nach Griechenland. Meinte er zumindest. Jedenfalls sind Stefan und ich jetzt auf uns gestellt. Das heißt, Stefan wird in knapp zwei Wochen ganz alleine sein, dann nämlich ist meine Zeit hier zu Ende und ich werde erstmal wieder nach Nettetal zurückkehren. Und dann, irgenwann, wenn ich Zeit und Muse habe, und zumindest die Muse hat mich in meiner Zeit hier ziemlich oft alleine gelassen, werde ich noch einen ausführlichen Rückblick schreiben.
Aber bis dahin ist noch etwas Zeit, die ich damit verbringen muss, meine Hausarbeit zum Thema Jugendfilm zu schreiben. Dafür habe ich gerade den Film „Berlin am Meer“ gesehen.

Im Film geht es um den Anfang-Zwanziger (natürlich) Tom, der in Berlin (natürlich) in einer angesifften WG lebt (natürlich) und versucht, mit seinem besten Kumpel eine Musikkarriere zu starten (natürlich). Dabei kommt Tom aber die Liebe in den Weg, in Form der Schwester seines Mitbewohners, die ein Praktikum in Berlin macht. Es folgen Partys, Verwirrungen und für Tom die ultimative Erkenntnis: „…dass alle Geschichten irgendwie mit Liebe zu tun haben…“ und dass es letzlich „nur wichtig ist, mit welchen Leuten diese Geschichten erlebt hat“ (frei aber sinngemäß zitiert).
Der Film versucht auf der momentanen „Berlin ist hip“-Welle mitzuschwimmen und thematisiert ansatzweise den Hype um Berlin, verstärkt ihn aber eher noch, als dass er sich irgendwie mit der Berliner Realität auseinandersetzt. Die Erzählperspektive bleibt dabei meist bei Tom, gespielt von Robert Stadlober, der sich für den Film seine Harre hat schwarz färben lassen (natürlich) und schildert uns seine hippen Clubabende, eine ausufernde Party und Saufabende auf der Spree.
Man kann den Film aufgrund handwerklicher Mängel kritisieren, aber das will ich mir nicht anmaßen. Viel eher fällt auf, dass das Bild von Berlin, welches der Film zeichnet, eigentlich nur ein popkulturelles Abziehbild einer Stadt ist. Denn Berlin ist eben nicht die Party, der Startpunkt für jeden Kreativen (oder jene, die sich dafür halten), Berlin ist nicht der Dönermann um die Ecke den man duzt, auch keine Siff-WG in Kreuzberg.  Berlin ist zunächst einmal eine sehr große Stadt mit sehr vielen Leuten drin. Darüberhinaus ist Berlin für jeden Besucher und erst recht für jeden Bewohner eine andere, eigene Erfahrung. Deshalb stört es mich, dass „Berlin am Meer“ nur eine Reproduktion einer Illusion ist und nicht auch nur ansatzweise diese Illusion hinterfragt oder deutlich macht.

Darüberhinaus kann man sich den Film aber gut anschauen. Ist halt ein bisschen zu Happy End für meinen Geschmack und kommt über die gängigen Hollywood-Klischees und Style-Exzesse nicht hinaus. Aber der Film lohnt sich eigentlich alleine schon wegen Jana Pallaske.

In diesem Sinne,

J-

07
Jun
09

bologna

Gestern kam ich von einem Kurztrip nach Bologna zurück. Zwar erst um 0.30 am Sonntag, da der Zug in Bologna anderthalb Stunden Verspätung hatte, aber immerhin. In Bologna habe ich Fiona besucht und mich sehr gefreut, sie wiederzusehen. Anna war leider nicht verfügbar.

Leider denken die meisten heutzutage eher an den Bologna-Prozess, wenn sie den Namen dieser norditalienischen Stadt hören. Tatsächlich hat die Stadt an sich aber nur wenig mit den Reformen zu tun, die der Prozess in Gang setzte. Aber das kann man auch woanders nachlesen…

Die Stadt an sich hat mich sehr beeindruckt, einerseits, weil sie etwas ganz anderes ist, als was ich bisher sehen durfte (und das war leider nicht viel), gleichzeitig aber genau das Bild von Norditalien trifft, dass man aus den Medien kennt. Wie dem auch sei, es ist eine wirklich schöne Stadt und es sei jedem empfohlen, sich mal dort umzuschauen. Wenigstens um mal in der Stadt mit der ältesten Universität Europas gewesen zu sein. Oder mal Spaghetti Bolognese in Bologna gegessen zu haben. Letzteres dürfte aber schwer werden, denn das kennt niemand dort. Pasta „al ragú“ schon eher.

Auf den Fotos, die ich leider nur mit meiner 2 Megapixel-Handykamera schießen konnte, sieht man den Piazza San Stefano mit Kirche und dann einige Photos vom Torre Asinelli aus geschossen: Zuerst den Westen der Stadt mit Piazza Maggiore, denn ein Blick in den Norden, dann Osten und schließlich in den Süden, mit den Bergen im Hintergrund.

Zum San Stefano gibt es noch zu sagen, dass dies wahrscheinlich einer der coolsten Plätze der Stadt ist. Hier treffen sich jeden Tag, vor allem aber natürlich am Wochenende, jungen Leute und setzen sich einfach hin. Manche bringen sich Decken mit, fast alle haben sie Alkohol dabei. Sowas findet man wahrscheinlich kaum sonst irgendwo. Was sehr schade ist, aber naja.

In diesem Sinne,

J-