Archiv für Juli 2009

20
Jul
09

same day, same shit

Nimm dich in Acht, Welt! Denn ich habe heute mein Fahrrad repariert! Die Kette hat sich irgendwie falsch plaziert und ich habe Teile der Gangschaltung abmontiert um die Kette wieder richtig in Position zu bringen! Und ich habe es geschafft! YEAH! (ich bin so stolz drauf, weil ich mich echt nicht für handwerklich begabt halte, weil ich dem klischee des studenten, der viel labern aber nix reparieren kann, wiedersprochen habe und weil es sonst kaum etwas gibt, was mich derzeit so stolz auf mich machen könnte. zugegeben, die kette spinnt immernoch ein bisschen beim wechseln der gänge, aber ich glaube, da kann ich nichts machen).

Aber jetzt ein ganz anderes Thema: 20. Juli, und Deutschland feiert wieder den Widerstand gegen den Nationalsozialismus. Das ist schön und wichtig, aber was mir wirklich auf den Sack geht ist, dass da, meiner Meinung nach, mal die gaaaaaanz falschen Leute zu Helden stilisiert werden. Warum? Naja, weil erstens immer so getan wird, als wäre aller anderer Widerstand nicht wichtig genug gewesen. Diese Liste gibt aber ein anderes Bild. So gab es genug Bestrebungen beispielsweise von Seiten der Arbeiterbewegung, aber auch durch die Bündische Jugend und eine erkleckliche Zahl an Einzeltätern, die sich gegen das Nazi-System zu stellen. Werden die erwähnt? Nö, meistens heißt es nur „Stauffenberg“ und der geltriefende nicht-ganz-so-sunny-Boy von und zu Guttenberg versucht sich vom blassen Glanz seines toten Urur-Verwandten anstrahlen zu lassen. Zweitens: wer waren diese Leute eigentlich? Laut diesem Artikel also elitistische, anti-demokratische Militär- und Adels-Heinis, die ideologisch im nationalen und völkischen Gedankengut versumpft waren (und damit Hitler mal gar nicht soooo weit entfernt standen) und ohne zu zögern den nur ganz leicht bekloppten Wilhelm Zwo wohl wieder ausgegraben hätten. Bezeichnenderweise hielten sie es erst für nötig, Widerstand zu leisten, als die meisten Leute eh die Nase voll von Nazi-Adolf und seinem kackbraunen Gefolge hatten. Ich will mitnichten die Tat und die anschließenden Opfer der Widerständler mißachten, ihren Mut und ihre Entschlossenheit kleinreden, diese Eigenschaften waren und sind bemerkenswert. Aber mich stört die unkritische Stilisierung dieser, nochmals, elitistischen, anti-demokratischen und nationalkonservativen Widerständler zu Helden und Vorbildern. Ich glaube kaum, dass es einen deutschen Staatsbürger gibt, der im Deutschland des Grafen Stauffenberg leben möchte.
Und wenn Deutschland unbedingt Helden braucht (und jeder halbwegs vernünftige Mensch sollte bei diesem Wort zusammenzucken), dann lassen sich bestimmt andere, besser Menschen finden.

So. Man verzeihe mir meine Polemik, aber das musste mal raus!

J-

Links:
Wikipedia über:

Stauffenberg (mit Verweis auf die Stelle, die von der Überzeugung der Widerständler zeugt)

Widerstand gegen Nazis

Den 20. Juli ‘44

12
Jul
09

Back Home Years Ago

Seit zwei Wochen bin ich wieder in Deutschland. Bisher hatte ich nicht viel Zeit, mich mit meinem Weggang aus Zürich zu beschäftigen. Denn knapp drei Tage nach meiner Rückker war ich schon wieder unterwegs, am Mittwoch nach Trier, Fiona beim Umzug helfen (und das in der prallen Mittagshitze, ich Idiot!), und am donnerstagmorgen um 4 Uhr früh dann nach Berlin. Meine Tante hat an dem Tag geheiratet und meine Familie und ich sind für die Feierlichkeiten zu ihr gereist. Das ganze dann noch kombiniert mit einem Wochenende in Berlin. Sehr seltsam: Mit 23 Jahren noch mit seinen Eltern in einem Zimmer zu schlafen (Alex hat’s ja gefreut). Cool: Xenia wieder zu sehen, die, per Zufall, auch in Berlin war.

Am Montag begann dann direkt die FSA, die mich die nächste Woche noch auf Trab hält. 20 Kinder, 10 Jungs, 10 Mädchen, zwischen 11 und 13 Jahren. Anstregend, aber schön … im Moment hauptsächlich anstrengend. Für diese FSA musste ich ganz kreativ werden. Zusammen mit Sarah habe ich ein Bilderbuch zu einem Hörbuch umgeschrieben und heute das ganze sogar für die Bühne bearbeitet. Mal schauen, wie das am Freitag wird, wenn die Kids das aufführen müssen.

Soviel für heute,

J-