Autor Archive für johnnymaxwell

14
Sep
09

aus facebook

hab das vor einiger zeit einer freundin auf facebook geschrieben. bin jetzt so vermessen das hier zu posten. finde es doch ne recht schöne überlegung und es fasst ein bisschen das zusammen, was ich darüber denke:

You see, applications like facebook and twitter give us the illusion, that we are able to stay in contact with nearly everyone we ever meet, constantly. yet, my experience tells me that in our fast paced and globalized world, staying in contact is even harder than one might have hoped. thus, i think, it is merely impossible with the means of non-real-time-communication to really share something, because nearly everything you can transport via the means of a written text, is nothing but emotionless information. you see, i think that emotions are probably the most important important thing that two or more people can share.

03
Sep
09

Rotgrünschwarzgelbblau

Die Ergebnisse der Kommunalwahl für meine Kreis sind keine Neuigkeiten, eigentlich:

Die CDU hat in Nettetal die Mehrheit errungen mit 48 % (21 Sitze), die SPD immernoch zweitstärkste Macht mir immerhin 20 % (9 Sitze). Hinzu kommen die Grünen mit 9 %, die FDP etwas stärker mit 11 % (4 bzw. 5 Sitze). Interessant hierbei: 5 Sitze gehen an die lokalen Parteien Aktive Bürger für Kaldenkirchen (ABK, 3 Sitze) sowie Wir in Nettetal (WIN, 2 Sitze). Die Prozentwerte sind alle gerundet, fehlende Prozent an hundert sind nur meiner mathematischen Faulheit zurückzuführen. Auf die Implikationen dieses Wahlverhaltens bin ich ja bereits im letzten Post eingegangen, die Zahlen dienen nur zur Bestätigung. Die CDU stellt übrigens wieder den Bürgermeister. Recht überraschend (oder eben nicht, wie man’s nimmt), ist die  starke Stellung der ABK, was darauf hindeutet, dass dieser Stadtteil Nettetals in hohem Maße für eine eigene Stadtteilpartei gestimmt hat. Schrecklich, diese Spalter von der Grenze. Ein erneuter Beweis, dass die Kaldenkirchener alle einen an der Klatsche haben (rational gesprochen, politisch gesehen ist das ein völlig legaler Vorgang, der auf das Gefühl der Kaldenkirchener zurückzuführen ist, im Stadtrat nicht genügend repräsentiert zu sein).

Thönessen ist Bürgermeister in Viersen geblieben, was keine große Überraschung ist. Die CDU ist, trotz des SPD Bürgermeisters, in sowohl im Kreis als auch in der Stadt wieder vorne, die SPD zweitstärkste Kraft. Wie seit Jahren schon. Traurig: Die Nazis (NPD) sitzen mit einem Abgeordneten im Kreistag, genau wie im Viersener Stadtrat.

Wer nochmal alles nachlesen will:

Nettetal
Viersen
Kreis Viersen

Bis dann,

J-

29
Aug
09

Times are a-changing

Mittlerweile bin ich seit zwei Wochen in Erfurt und arbeite für den Kinderkanal. Genauer gesagt arbeite ich für die Redaktion Information und Show, die sich in erster Linie mit dem Format „KIKA LIVE“ auseinadersetzt. Die Sendung wird Montag bis Donnerstag ab 20 Uhr ausgestrahlt. Nur für die, die es interessiert. Ich bin eh nicht zu sehen. Fraglich auch, ob das gut wäre für die Sendung :P Wie dem auch sei, viel kann ich von meinem Praktikum ohnehin nicht berichten. Es ist interessant, ich habe gut zu tun, die Kollegen sind, soweit ich das sagen kann, nett und freundlich, alles in allem habe ich eine gute Zeit dort. Falls es aufregendes gibt, werde ich es hier posten (oder halt auch nicht, immerhin ist der letzte post schon wieder mehr als einen monat alt…)

Eine andere Sache, die viel wichtiger ist: Wahlen! Morgen werden im Saarland, in Thüringen und in Sachsen die Landtage gewählt. Aber das weiß jeder und deshalb möchte ich auf entwas aufmerksam machen, was etwas weniger Medienpräsenz bekommt: In NRW sind Kommunalwahlen. Und das bedeutet, dass unter anderem in dem Kreis, in dem ich aufgewachsen bin und somit emotional doch etwas näher stehe, die Stadträte, der Kreisrat und diverse Bürgermeister gewählt werden.

Was mich nun daran interessiert, abgesehen vom offensichtlichen, ist die Parteienentwicklung, welche sich in den letzten Jahren im Kreis vollzogen hat. Soweit ich weiß, bestand das Parteiensystem im Kreis seit langem nur aus den etablierten Parteien (SPD, CDU, FDP, ab den 1980ern oder später auch aus den Grünen). Seit kurzen am gibt es einen Wandel. Zur Kommunalwahl 2004 gründete sich „FürVIE„, eine Partei, die in erster Linie verhindern wollte, dass die damals langjährig amtierende Bürgermeisterin Marina Hammes wiedergewählt werden sollte.

Eine Anekdote dazu am Rande: Bei einer Wahlveranstaltung der Katholischen Studierenden Jugend Viersens (KSJ), die mit Indiebands und einem fröhlichen Happening auf dem Remigiusplatz die Jugendlichen zur Wahl bewegen wollte, gab es einige Spiele auf der Bühne. Zu einem Spiel sollte ich mitspielen, vorher wurden aber noch einige Statements der Kandidaten eingeholt, speziell zum Thema Wahlkampf. Mir viel damit nichts besseres ein, als „Nieder mit Marina Hammes“ ins Mikro zu brüllen. Großartig. Danach wollte mich keiner mehr kennen.

Wie dem auch sei, mittlerweile hat sich FürVie mit der Unabhängigenwählergemeinschaft Kreis Viersen (UWKV) zusammengeschlossen. Und ein eine weitere Partei ist aus de Versenkung aufgetaucht: Der Bund Sozialer Bürger, welcher sich als parteiübergreifende Partei ohne Fraktionszwang versteht (was, überspitzt formuliert, politischer Blödsinn ist).

Das interessante bei diesen Parteien ist nun, dass sie einen gewissen Trend innerhalb der deutschen Politik widerspiegeln. Nämlich der Verlust an Bindungskraft der etablierten Parteien und das Auftauchen von kleinen, lokalen Parteien, die sich aber eines recht großen Zuspruchs erfreuen können. Immerhin hat FürVier in ihrer ersten Wahl gleich 10 Sitze klar gemacht und ist damit stärker als die Grünen und FDP zusammen. Das, meiner Meinung, problematische bei den beiden erwähnten Parteien: Sie stellen eine Schwierigkeit bei der Koalitionsbildung dar. Denn wenn der BSB von sich behauptet, er wolle nur nach Gewissen und Faktenlage ohner Fraktionszwang entscheiden, so ist diese Fraktion doch unberechnbar für die Mehrheitsbeschaffung im Rat! Und FürVie ist im Prinzip genauso konservativ wie die CDU, hat also damit zu kämpfen, sich politisch von ihr abzusetzen.

Eine weitere pikante Einzelheit der Lokalpolitik Viersens ist, dass der derzeitige Kreisdirektor (kommt direkt nach dem Landrat Ottmann) FürVie, genau wie bspw. Die Linke, wegen Formfehler bei der Wahl zur eigenen Wahlliste von der Kommunalwahl versucht hat, auszuschließen. Das war jetzt kompliziert formuliert, aber man sehe mir das bitte nach. Soweit ich weiß, und das geht auch aus der Seite von FürVIE hervor, ist diese Versuch aber gescheitert. Im Übrigen zurecht, jedenfalls sehe ich das so.

Erwähnenswert ist ebenfalls, dass der Bürgermeisterkandidat der SPD in Viersen, der derzeitige Amtsinhaber Günter Thönnessen, versucht einen Personalwahlkampf zu führen. die Plakate sind neutral gehalten, ohne Hinweise auf seine Parteizugehörigkeit. Natürlich hat das mehrere Gründe, zum einen wohl die schlechte Stimmung in Bezug auf die SPD sowohl bundespolitisch als auch lokal (wobei letztere traditionell nie gut war), zum anderen vielleicht auch der Verlust der Bindungskraft der Parteien. Klar ist aber, dass, meiner Meinung nach, Thönnessen gute Chance auf eine Wiederwahl hat, sein Herausforderer von der CDU, Paul Mackes, hat kaum mediale Präsenz und seine politisches Profil ist allerhöchstens Insidern bekannt. Aber wir werden sehen. Schließllich stellt sich auch die Frage, welcher Situation sich der nächste Bürgermeister Viersens im Rat gegeüber sieht. Das alles entscheidet sich morgen. Ich werde die Wahlergebnisse hier veröffentlichen. Für jeden den es interessiert…

20
Jul
09

same day, same shit

Nimm dich in Acht, Welt! Denn ich habe heute mein Fahrrad repariert! Die Kette hat sich irgendwie falsch plaziert und ich habe Teile der Gangschaltung abmontiert um die Kette wieder richtig in Position zu bringen! Und ich habe es geschafft! YEAH! (ich bin so stolz drauf, weil ich mich echt nicht für handwerklich begabt halte, weil ich dem klischee des studenten, der viel labern aber nix reparieren kann, wiedersprochen habe und weil es sonst kaum etwas gibt, was mich derzeit so stolz auf mich machen könnte. zugegeben, die kette spinnt immernoch ein bisschen beim wechseln der gänge, aber ich glaube, da kann ich nichts machen).

Aber jetzt ein ganz anderes Thema: 20. Juli, und Deutschland feiert wieder den Widerstand gegen den Nationalsozialismus. Das ist schön und wichtig, aber was mir wirklich auf den Sack geht ist, dass da, meiner Meinung nach, mal die gaaaaaanz falschen Leute zu Helden stilisiert werden. Warum? Naja, weil erstens immer so getan wird, als wäre aller anderer Widerstand nicht wichtig genug gewesen. Diese Liste gibt aber ein anderes Bild. So gab es genug Bestrebungen beispielsweise von Seiten der Arbeiterbewegung, aber auch durch die Bündische Jugend und eine erkleckliche Zahl an Einzeltätern, die sich gegen das Nazi-System zu stellen. Werden die erwähnt? Nö, meistens heißt es nur „Stauffenberg“ und der geltriefende nicht-ganz-so-sunny-Boy von und zu Guttenberg versucht sich vom blassen Glanz seines toten Urur-Verwandten anstrahlen zu lassen. Zweitens: wer waren diese Leute eigentlich? Laut diesem Artikel also elitistische, anti-demokratische Militär- und Adels-Heinis, die ideologisch im nationalen und völkischen Gedankengut versumpft waren (und damit Hitler mal gar nicht soooo weit entfernt standen) und ohne zu zögern den nur ganz leicht bekloppten Wilhelm Zwo wohl wieder ausgegraben hätten. Bezeichnenderweise hielten sie es erst für nötig, Widerstand zu leisten, als die meisten Leute eh die Nase voll von Nazi-Adolf und seinem kackbraunen Gefolge hatten. Ich will mitnichten die Tat und die anschließenden Opfer der Widerständler mißachten, ihren Mut und ihre Entschlossenheit kleinreden, diese Eigenschaften waren und sind bemerkenswert. Aber mich stört die unkritische Stilisierung dieser, nochmals, elitistischen, anti-demokratischen und nationalkonservativen Widerständler zu Helden und Vorbildern. Ich glaube kaum, dass es einen deutschen Staatsbürger gibt, der im Deutschland des Grafen Stauffenberg leben möchte.
Und wenn Deutschland unbedingt Helden braucht (und jeder halbwegs vernünftige Mensch sollte bei diesem Wort zusammenzucken), dann lassen sich bestimmt andere, besser Menschen finden.

So. Man verzeihe mir meine Polemik, aber das musste mal raus!

J-

Links:
Wikipedia über:

Stauffenberg (mit Verweis auf die Stelle, die von der Überzeugung der Widerständler zeugt)

Widerstand gegen Nazis

Den 20. Juli ‘44

12
Jul
09

Back Home Years Ago

Seit zwei Wochen bin ich wieder in Deutschland. Bisher hatte ich nicht viel Zeit, mich mit meinem Weggang aus Zürich zu beschäftigen. Denn knapp drei Tage nach meiner Rückker war ich schon wieder unterwegs, am Mittwoch nach Trier, Fiona beim Umzug helfen (und das in der prallen Mittagshitze, ich Idiot!), und am donnerstagmorgen um 4 Uhr früh dann nach Berlin. Meine Tante hat an dem Tag geheiratet und meine Familie und ich sind für die Feierlichkeiten zu ihr gereist. Das ganze dann noch kombiniert mit einem Wochenende in Berlin. Sehr seltsam: Mit 23 Jahren noch mit seinen Eltern in einem Zimmer zu schlafen (Alex hat’s ja gefreut). Cool: Xenia wieder zu sehen, die, per Zufall, auch in Berlin war.

Am Montag begann dann direkt die FSA, die mich die nächste Woche noch auf Trab hält. 20 Kinder, 10 Jungs, 10 Mädchen, zwischen 11 und 13 Jahren. Anstregend, aber schön … im Moment hauptsächlich anstrengend. Für diese FSA musste ich ganz kreativ werden. Zusammen mit Sarah habe ich ein Bilderbuch zu einem Hörbuch umgeschrieben und heute das ganze sogar für die Bühne bearbeitet. Mal schauen, wie das am Freitag wird, wenn die Kids das aufführen müssen.

Soviel für heute,

J-

27
Jun
09

Schluss, aus, Heimfahrt

Heute ist mein letzter Tag hier in Zürich. Morgen früh sitze ich im Auto auf dem Weg nach Deutschland zurück. Damit enden dann 10 Monate in Zürich und auch eine der besten WGs, die ich bisher hatte.

Viel ist in den letzten Tagen nicht geschehen. Ich war darum bemüht, meine Literaturrecherchen für meine Jugendfilm-Seminararbeit abzuchließen und musste noch einigen Verwaltungskram erledigen (Abmeldung, Kontoauflösung etc.). Am Donnerstag habe ich sogar meinen niegelnagelneuen Schweizer Ausweis bekommen, sogar ein „B-Pass“ mit einer schmutzig-weißen Plastik-Hülle. Ein „B-Pass“ beinhaltet sogar, glaube ich, eine begrenzte Arbeitsbewilligung, im Gegensatz zum „L-Pass“, den ich vorher besaß und der auch ziemlich hässlich war. Ich hab mich riesig gefreut, dass mir die Leute den zugestellt haben und fand das echt cool! Für circa drei Stunden. Dann hab ich mich nämlich im Stadthaus Zürich abgemeldet und musste dementsprechend den Pass abgeben. Herrlich sinnlos.

Dann hatten wir Donnerstagabend noch eine WG-Besichtigung bei uns, irgendjemand muss das Zimmer ja weiter bewohnen. Dafür mussten Stefan und ich nun putzen. Da aber leider unser eigentlicher Putzeimer Leck geschlagen hatte, musste nun tatsächlich mein Plastik-Mülleimer aus meinem Zimmer als Wassereimer herhalten. Damit habe ich dann die Küche geputzt. Yeah!

Jetzt muss ich mich daran machen, meine Sachen zu packen.

15
Jun
09

countdown

Seit heute morgen sind wir in der WG nur noch zu zweit, Markos hat sich nach Kanada abgesetzt. Was heißt abgesetzt, er besucht dort für drei Wochen einen Freund (in Montreal) und reist danach direkt zu seiner restlichen Familie nach Griechenland. Meinte er zumindest. Jedenfalls sind Stefan und ich jetzt auf uns gestellt. Das heißt, Stefan wird in knapp zwei Wochen ganz alleine sein, dann nämlich ist meine Zeit hier zu Ende und ich werde erstmal wieder nach Nettetal zurückkehren. Und dann, irgenwann, wenn ich Zeit und Muse habe, und zumindest die Muse hat mich in meiner Zeit hier ziemlich oft alleine gelassen, werde ich noch einen ausführlichen Rückblick schreiben.
Aber bis dahin ist noch etwas Zeit, die ich damit verbringen muss, meine Hausarbeit zum Thema Jugendfilm zu schreiben. Dafür habe ich gerade den Film „Berlin am Meer“ gesehen.

Im Film geht es um den Anfang-Zwanziger (natürlich) Tom, der in Berlin (natürlich) in einer angesifften WG lebt (natürlich) und versucht, mit seinem besten Kumpel eine Musikkarriere zu starten (natürlich). Dabei kommt Tom aber die Liebe in den Weg, in Form der Schwester seines Mitbewohners, die ein Praktikum in Berlin macht. Es folgen Partys, Verwirrungen und für Tom die ultimative Erkenntnis: „…dass alle Geschichten irgendwie mit Liebe zu tun haben…“ und dass es letzlich „nur wichtig ist, mit welchen Leuten diese Geschichten erlebt hat“ (frei aber sinngemäß zitiert).
Der Film versucht auf der momentanen „Berlin ist hip“-Welle mitzuschwimmen und thematisiert ansatzweise den Hype um Berlin, verstärkt ihn aber eher noch, als dass er sich irgendwie mit der Berliner Realität auseinandersetzt. Die Erzählperspektive bleibt dabei meist bei Tom, gespielt von Robert Stadlober, der sich für den Film seine Harre hat schwarz färben lassen (natürlich) und schildert uns seine hippen Clubabende, eine ausufernde Party und Saufabende auf der Spree.
Man kann den Film aufgrund handwerklicher Mängel kritisieren, aber das will ich mir nicht anmaßen. Viel eher fällt auf, dass das Bild von Berlin, welches der Film zeichnet, eigentlich nur ein popkulturelles Abziehbild einer Stadt ist. Denn Berlin ist eben nicht die Party, der Startpunkt für jeden Kreativen (oder jene, die sich dafür halten), Berlin ist nicht der Dönermann um die Ecke den man duzt, auch keine Siff-WG in Kreuzberg.  Berlin ist zunächst einmal eine sehr große Stadt mit sehr vielen Leuten drin. Darüberhinaus ist Berlin für jeden Besucher und erst recht für jeden Bewohner eine andere, eigene Erfahrung. Deshalb stört es mich, dass „Berlin am Meer“ nur eine Reproduktion einer Illusion ist und nicht auch nur ansatzweise diese Illusion hinterfragt oder deutlich macht.

Darüberhinaus kann man sich den Film aber gut anschauen. Ist halt ein bisschen zu Happy End für meinen Geschmack und kommt über die gängigen Hollywood-Klischees und Style-Exzesse nicht hinaus. Aber der Film lohnt sich eigentlich alleine schon wegen Jana Pallaske.

In diesem Sinne,

J-

07
Jun
09

bologna

Gestern kam ich von einem Kurztrip nach Bologna zurück. Zwar erst um 0.30 am Sonntag, da der Zug in Bologna anderthalb Stunden Verspätung hatte, aber immerhin. In Bologna habe ich Fiona besucht und mich sehr gefreut, sie wiederzusehen. Anna war leider nicht verfügbar.

Leider denken die meisten heutzutage eher an den Bologna-Prozess, wenn sie den Namen dieser norditalienischen Stadt hören. Tatsächlich hat die Stadt an sich aber nur wenig mit den Reformen zu tun, die der Prozess in Gang setzte. Aber das kann man auch woanders nachlesen…

Die Stadt an sich hat mich sehr beeindruckt, einerseits, weil sie etwas ganz anderes ist, als was ich bisher sehen durfte (und das war leider nicht viel), gleichzeitig aber genau das Bild von Norditalien trifft, dass man aus den Medien kennt. Wie dem auch sei, es ist eine wirklich schöne Stadt und es sei jedem empfohlen, sich mal dort umzuschauen. Wenigstens um mal in der Stadt mit der ältesten Universität Europas gewesen zu sein. Oder mal Spaghetti Bolognese in Bologna gegessen zu haben. Letzteres dürfte aber schwer werden, denn das kennt niemand dort. Pasta „al ragú“ schon eher.

Auf den Fotos, die ich leider nur mit meiner 2 Megapixel-Handykamera schießen konnte, sieht man den Piazza San Stefano mit Kirche und dann einige Photos vom Torre Asinelli aus geschossen: Zuerst den Westen der Stadt mit Piazza Maggiore, denn ein Blick in den Norden, dann Osten und schließlich in den Süden, mit den Bergen im Hintergrund.

Zum San Stefano gibt es noch zu sagen, dass dies wahrscheinlich einer der coolsten Plätze der Stadt ist. Hier treffen sich jeden Tag, vor allem aber natürlich am Wochenende, jungen Leute und setzen sich einfach hin. Manche bringen sich Decken mit, fast alle haben sie Alkohol dabei. Sowas findet man wahrscheinlich kaum sonst irgendwo. Was sehr schade ist, aber naja.

In diesem Sinne,

J-

17
Mai
09

Haare

Bevor ich im April nach Deutschland ging, hielt ich es für nötig, einige Fotos von mir zu machen. Nicht nur aus Egomanie, sondern auch um zu dokumentieren was so eine Rasur und ein Friseurbesuch ausrichten können:

Dabei sein zu dem Bild mit der Kappe angemerkt, dass diese expressive Annäherung an Karl Dall eher folgendes ausdrücken soll: Atzen-Style Galore!

Leider habe ich es verpennt, ein gutes Foto von meinem Gessicht zu machen, als ich mich gerade rasiert hatte und danach beim Friseur war. So nur das leicht unscharfe Foto auf meinem Bett.

03
Mai
09

Sechseläuten

Der schnellste bin ich nicht gerade. Aber das überrascht keinen mehr, nehme ich an und solange ich hin und wieder noch einen Eintrag verfassen kann, so ist es vielleicht noch nicht zu spät für mich.

Ich wollte aber vom Sechseläuten berichten. Was ist Sechseläuten überhaupt? Ich paraphrasiere Wikipedia und mein spärliches Wissen darüber:
Sechseläuten ist ein traditionelles Zürcher Fest, das symbolisch den Frühling einläutet, was ein Grund ist für allgemeine Heiterkeit und den Konsum von Würsten und alkoholischen Getränken. Dabei sei das Sechseläuten aber keineswegs in die Nähe des deutschen Straßenkarnevals gerückt, der ist wirklich schlimm und niveaulos! Das Sechseläuten hingegen ist der Tag, an dem sich die alten Zürcher Zünfte versammeln und in einem großen Zug zum Sechseläutenplatz im Zürcher Süden ziehen, um bei der Verbrennung des Böög zugegenzusein. Der Scheiterhaufen des Böög wird pünktlich um 18 Uhr angesteckt. Der Böög hat die Gestalt eines Schneemannes (das wohl aber erst seit neuerer Zeit) und verkörpert den Winter. Es heißt, je schneller der Böög verbrennt, desto besser werde der Sommer. Wenn dieser Glaube stimmt, dann steht uns ein durchwachsener Sommer bevor, der Böög brauchte knapp elf Minuten um völlig zu verbrennen.

Am Montag also zog ich mit Markos zusammen Richtung Sächsilüüteplatz (das war züridütsch, die Schreibweise kann aber variieren, das Schweizerdeutsch hat keine einheitliche Rechtschreibung). Wie erwartet war der Andrang ziemlich groß, es bildeten sich die üblichen Menschentrauben und man hörte viel Englisch. Als der Scheiterhauffen dann angezündet wurde, dauerte es noch ziemlich lange, bis das Feuer beim Böög angekommen war. Der verbrannte im Übrigen nicht „einfach so“, sondern knallte bei jedem Körperteil ziemlich laut. Nach dem Getöse genehmigten Markos und ich uns noch eine Wurst mit Brot und eine Dose Feldschlößchen am Denkmal vom alten Zwingli, bei der Wasserkirche. Auf dem Rückweg stellten wir fest, dass es besser wäre, zu laufen:
verkehr

Für jemanden, der den recht pünktlichen Zürcher ÖPNV gewohnt ist, ist eine Wartezeit von mehr als 5 Minuten recht ungewöhnlich, geschweige denn mehr als eine halbe Stunde.

Zusätzlich habe ich noch einige Fotos geschossen, die sind aber alle nicht so gut geworden, da ich nur meine Handy-Kamera hatte und diese auch nur einen Digitalzoom besitzt. Trotzdem, hier ein paar Eindrücke:
Böög weit böög hell böög brennt umzug

Das war’s, vorerst!

Link:
Wikipedia zum Sechseläuten