Zürich hat einiges an Clubs und Bars zu bieten, fraglos. Und da ich die ein oder andere Location auch mal von innen sehen durfte (und das waren bei weitem nicht genug), weiß ich, dass da auch hin und wieder Leute tanzen, sich zumindest mehr oder weniger rythmisch zur Musik bewegen. Umso entsetzter war ich letzte Woche.
Ich hatte die einmalige Gelegenheit, Biffy Clyro wieder zu sehen, sie traten hier in der Roten Fabrik auf. Voller Vorfreude ging ich also hin, zusammen mit meiner WG. Es wurde nicht richtig voll, was etwas doof war, vor allem weil es nur der kleine Clubraum war. Aber egal, ich wusste, ich hätte eh keinen Überblick mehr, was hinter mir geschieht, wenn erst einmal vorne in der Menge stehen und mich mehr oder weniger rythmisch zur Musik bewegen könnte. Also suchte ich mir beim Soundcheck schon ein nette Plätzchen vor der Bühne, so circa in der vierten Reihe.
Das Applaus, als die Band auf die Bühne trat war groß, die Leute jubelten, der Gitarrist schlug den ersten Takt an, jeder ordentliche Fan erkann das Lied und ich war richtig froh in diesem Moment. So für 2 – 3 Sekunden. Denn die Party schien an diesem Tag irgendwo anders abzugehen, aber nicht hier bei Biffy Clyro. Lediglich vor mir hüpften ein paar Emo-Kinder herum, aber neben und hinter mir wippte man vielleicht mal verhalten mit dem Fuß. Also atmete ich tief durch, bahnte mir einen Weg zu den Leuten, die wenigsten so aussahen, als würden sie Spaß haben und bewegte mich mehr oder weniger rythmisch zur Musik.
Das Konzert war fraglos gut, ich hatte meinen Spaß und die Band hat tolle Lieder gespielt. Aber das Publikum… ein lahmer Haufen. Ich mein, was soll das denn bitte? Die Jungs kommen doch nicht alle Tage aus Schottland in die Schweiz und einige Zürcher hielten es noch nicht mal für angebracht, in dem Gewalthaufen vor der Bühne ihre Schlas abzuziehen.
Mal schauen, wie es nächsten Monat bei 65daysofstatic aussieht. Ich hoffe, da werden diese Band wenigstens ein paar Leute zu schätzen wissen.